11
Mai
2009

Vergleiche

Ich mag Metaphern und Vergleiche. "Er zog schnell wie ein Blitzschlag im Sommer." "Kühl wie ein Gebirgsbach im Winter." Das sind rhetorische Mittel, mit denen ich etwas anfangen kann, unter denen ich mir auch etwas vorstellen kann. Der folgende Dialog war für mich nicht so ganz klar ...

"Polizeinotruf."
Die aufgeregte Stimme eines älteren Herren. "Ja, ja, kommen Sie mal schnell. Meine Frau, die greift mich hier an."
"Ihre Frau greift sie an. Sind Sie verletzt, benötigen Sie einen Krankenwagen?"
Abwehrend. "Nee, neee. Aber Sie müssen mal kommen, Sie müssen sich das hier mal ansehen. Die hüpft hier rum wie ... wie ... wie ein aufgebrachter Dildo!"
Schmunzelnd. "Wie ein Dildo, ahja ..."
Aufgeregt. "Ja, wirklich, das müssen Sie mal sehen!"
"Ja, das würde ich wirklich gerne mal sehen ..."

4
Mai
2009

Alle seltsam

Manchmal finde ich alle Leute seltsam und unverständlich. Bin ich da der Geisterfahrer oder sind es die anderen?

"Polizeinotruf."
Die Stimme eines älteren Herren. "Ja, hehe, also, hm, das ist jetzt eigentlich kein Notruf - aber trotzdem. Also, gestern nacht, da waren so Jugendliche vor dem Haus, die haben einen unheimlichen Krach gemacht. Meine Frau und ich haben die dann weggescheucht. Aber die haben dann bei uns so ein Kinderfahrrad liegen lassen. Später waren sie wieder da und haben wieder so einen Lärm gemacht. Wir haben sie dann wieder verscheucht, und dann lag auf einmal ein zweites Fahrrad da. Ich habe die jetzt erstmal auf unser Grundstück geholt, aber was soll ich denn jetzt machen?"
"Sie machen das ja schon ganz richtig, indem sie mich anrufen. Also, Sie haben jetzt zwei fremde Kinderfahrräder bei sich ... "
Schnell. "Die gehören denen bestimmt nicht. Die waren alle schon so 16, 17. Und die Fahrräder sind ganz klein, für Kleinkinder würde ich sagen."
Bizarr. Wieso lassen die Jungs kleine Räder da? "Okay, dann sagen Sie mir bitte mal wo sie wohnen!"
Brav diktiert der Herr mir seine Adresse.
"Okay, dann schicke ich jetzt meine Kollegen zu Ihnen und ..."
Erstaunt unterbrechend. "Nee, hören Sie mal. Ich bin jetzt nicht mehr zu Hause. Wir sind jetzt erstmal ein paar Stunden unterwegs!!!"
Seufz. "Okay, dann rufen Sie bitte in ein paar Stunden noch mal an ..."

Ich verstehe hier mal wieder weder die lauten Bengels noch den Anrufer. Wie seht ihr das so?

23
Apr
2009

Steel verwirrt

Die Leute hören nie richtig zu wenn ich mich am Telefon melde. "Polizeinotruf." "Hä? Wer ist da?" "Polizeinotruf." "Bin ich da bei der Polizei?" "Jaha..." Manchmal nervt es, manchmal ist das ganz angenehm ...

Die Kollegen haben mich zum lachen gebracht, das Telefon klingelt und einer ruft mir etwas zu, während der Hörer schon auf dem Weg zu meinem Ohr ist.

"Polizeinordpol."
Auch sie hat mich zum Glück gar nicht verstanden. "Ja, guten Tag. Ich hatte da einen Unfall und ..."

8
Apr
2009

Shorties

Ich schreibe hier seit längerem sehr unregelmäßig und in großen Abständen, wofür ich aber auch wirklich gute Ausreden Entschuldigungen Gründe habe. Die vier Wochen Blog-Abstinenz (auch wenn es Juppi wie 8 Wochen vorkommt ;-)) sind diesmal mit einem Kurzurlaub, Krankheit, privaten Sorgen und Unlust begründbar.
Jetzt muss ich allerdings feststellen, dass ich deswegen nicht nur hier deswegen ausgeschimpft werde, nein, auch die Kommentatoren des Shopbloggers grummeln über meine seltenen Posts. Denkt ihr etwa, wenn ihr nur genug meckert, dann schreibe ich wieder? Also, wenn ihr das denkt, dann ... dann ... habt ihr recht. Aber beschwert euch dann nicht über die Qualität! Hier zwei Shorties für euch:


Oft verwählen sich die Leute und landen beim Notruf. Meistens legen sie dann wortlos auf oder rufen kurz "Ups, entschuldigung, verwählt" und legen dann auf. Dieser junge Mann hier schien sich unterhalten zu wollen; leider hatte ich nicht genug Zeit, der Sache weiter auf den Grund zu gehen:

"Polizeinotruf."
Die Stimme eines jungen Mannes, langsam, zögernd. "Oh ... Entschuldigung. Ich habe mich wohl verwählt ..."
Routiniert und schon im Begriff nach dem Satz aufzulegen. "Alles klar, kann passieren, tschüss."
Zögernd. "Ähm ... also ... "
Nanu, was jetzt? "Ja, bitte?"
Unentschlossen. "Also ... ja ... ähm, wo bin ich da jetzt gelandet?"
Geduldig. "Hier ist der Polizeinotruf."
Immer noch bedächtig. "Achso ... hm ... ja. Also die Polizei, ja!?"
Belustigt. "Ja, jetzt haben Sie es."
Noch nicht zufrieden. "Hm ... also ... ist das denn jetzt dann schlimm, dass ich mich verwählt habe?"
Seufz. "Nein, das macht nichts. Aber wenn Sie sich jetzt noch fünfmal verwählen, dann bin ich sauer."
Scheinbar zufrieden. "Ja, okay. Nein, das mache ich nicht. Vielen Dank und auf Wiedersehen."

Stimmen wirken auf jeden verschieden. Manche interpretieren sie richtig, manche falsch. Findet ihr heraus, welche Anruferin natürlich richtig liegt?

"Polizeinotruf."
Eine weibliche Stimme. "Ähm ... Hallo?"
Ruhig. "Hallo."
Unsicher. "Ja, äh ... Kann ich jetzt sprechen?"
Freundliche "Wenn Sie möchten - gern!"
Lacht. "Ja, ich war mir nicht sicher. Ich dachte zuerst, es wäre eine Maschine dran, so ein Anrufbeantworter ..."

"Polizeinotruf."
Eine weibliche Stimme, ärgerlich. "Guten Abend. Ich möchte mich über eine Ruhestörung beschweren."
Ruhig und freundlich. "Okay. Wo wohnen Sie denn?"
Durcheinander. "Ich ... äh .. also *lacht* Ich bin jetzt ein bisschen durcheinander - Sie haben so eine tolle Stimme *lacht wieder verlegen* ..."

11
Mrz
2009

Tolle Idee

Ironie ist ein rhetorisches Mittel, das es mit Vorsicht einzusetzen gilt. Zu schnell wird man Anstifter zu einer Straftat ...

Samstag, ca. 15:00 Uhr.

"Polizeinotruf."
Eine männliche Stimme, ein wenig atemlos. "Ja, hallo. Guten Tag. Ich stehe hier in einer Telefonzelle. Ich habe hier gewartet, aber der Bus kommt nicht!"
"Ja, und weiter?"
Ungeduldig und beschwörend. "DER ... BUS ... KOMMT ... NICHT!"
Ironisch. "Sie warten auf den Bus, und der kommt nicht. Ja, da rufen Sie natürlich am besten sofort den Notruf an!"
Begeistert und erleichtert. "Ach, ja. Das ist eine Superidee. Das mache ich sofort - danke!"
Klick.
"Äh, halt. Sie haben ... ach."

2
Mrz
2009

Gleich und gleich ...

... gesellt sich gern; besagt zumindest der Volksmund. Heute war der 6. Frühdienst (was mich eindeutig vorzeitig altern lässt), und an diesen Tagen versuche ich mühsam genügend Intellekt zu bewahren, um den normalen Dingen des Alltags Herr zu werden. Wenn wundert es, dass natürlich ich heute mit diesen drei Herrschaften sprechen durfte:

"Polizeinotruf."
Eine weibliche Stimme, erzürnt. "Haben Sie das nötig? Haben Sie DAS nötig? Hm? Scheinbar ja, ne!? Na, super. Schönen Dank auch!"
Klick.
"Äh ...!?"

"Polizeinotruf."
Eine männliche Stimme, leise, nuschelnd. "Sie bekommen eine Eins mit Sternchen!"
Müd. Immer noch. "Hm? Was bekomme ich?"
Deutlicher. "Eine Eins. Eins A. Super, total gut."
Ungläubige Freude spielend. "Ehrlich? Ich? Oh, mann ..."
Bestätigend. "Doch, wirklich. Und vielleicht kriegen Sie bald sogar noch besser."
Weiter mitspielend. "Hm, da muss ich mich dann aber auch noch mehr anstrengen, ne!?"
Treuherzig. "Nein, müssen Sie nicht. Sie machen das schon sehr gut. Bis bald."
Klick.

"Polizeinotruf."
Eine männliche Stimme, langsam, zögernd. "Jaaa ... Ich hatte einen Unfall ..."
Konzentriert. "Sind Sie verletzt?"
Langsam. "Neee ... Moment mal ... Ich verbinde Sie mal mit meinem Anwalt ..."
Hä? Wassn los? Wo bin ich? Wer bin ich? "Äh ... ja ... sicher, dann mal los!"
Piepen und Rauschen. "Hm ... neee ... hm... ne so au nich ... Hallo? Schreiben Sie sich mal eine Nummer auf, ja!?"
"Nee. Jetzt mal Klartext. Das ist die Notrufleitung. Haben Sie einen Notfall?"
Quengelig "Jaaha ... Ich habe einen Notfall ... Ich hatte einen Unfall!"
Weiter streng. "WANN war der Unfall?"
Ertappt. "Och, joah ... ich weiß es schon gar nicht mehr ..."

Kinder, mal ehrlich. So was dürft ihr nicht mit mir machen, wenn ich viel zu wenig geschlafen habe.

27
Feb
2009

Fröhlich

Lange habe ich hier nichts gebloggt, lange habe ich dieses Jahr schon Antibiotika nehmen müssen, lange musste ich meinen Chef vertreten und lange bin ich nicht befördert worden. Schluss damit. Hier ist mal wieder ein Post von mir, ich fühle mich wieder gesund (jetzt muss ich nur mal wieder anfangen zu trainieren), mein Chef ist wieder da - und befördert worden bin ich diesen Monat auch. Das alles stimmt mich recht fröhlich; fast so fröhlich wie diese unglaublich fröhliche junge Dame ...

Morgens im Frühdienst. Grässlich für mich. Aufstehen, wenn es noch dunkel ist, tut mir nicht gut.

"Polizeinotruf."
Eine weibliche, recht junge Stimme, flötet/ pfeift/ zirpt: "Guten Mooorgen. Hier ist die Antje Meieeeeer." (Name v. d. Redaktion geändert)
Das kommt nicht nur unglaublich glücklich und fröhlich herüber, sondern klingt als sollte ich die Dame kennen. Habe ich eine Kollegin am Draht? "Äh, ja, guten Morgen."
Unbeschwert und glücklich. "Ja, also mir ist da etwas totaaaaaal Unangenehmes passiert ..."
Hm. Danach klingt es ganz und gar nicht. "Was denn?"
Wer früh auf ist, kann früh fröhlich sein. "Also, ich bin über die Grenze gefahren, und dann leuchtete die Tankanzeige auf einmal auf. Und dann bin ich weiter gefahren - ja, und dann war Ende."
Ihr Enthusiasmus gepaart mit dem Gesagten in Verbindung mit meiner tageszeitbedingten Schwerfälligkeit lassen mich wenig schlagfertig erscheinen. "Ende?"
Zufrieden. "Ja, dann ist er ausgegangen."
"Sie haben jetzt kein Benzin mehr und stehen jetzt irgendwo!?"
Anerkennend. "Ja, ganz genau. Ich bin über die Grenze gekommen und jetzt kann ich nicht mehr weiter fahren."
Was will sie bloß von mir? Soll ich sie jetzt abholen kommen, oder was? "Ja, und nu?"
Fröhlich weiter singend, man kann ihr strahlendes Lächeln förmlich hören. "Ich weiß überhaupt nicht, was ich jetzt machen soll!"
Pff. "Ja, rufen Sie jemanden aus ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis an, damit man Ihnen einen Kanister Benzin bringt. Und dann fahren Sie anschließend erstmal zur nächsten Tankstelle."
Glücklich und zufrieden. "Ja, das ist eine gute Idee. Ich rufe mal jemanden an. Vielen Dank und auf Wiederhören."

Ihre Lebensweisheit war nicht unbedingt überzeugend, aber auf die Fähigkeit um diese Uhrzeit dermaßen sonnig zu sein, bin ich schon ein wenig neidisch ...

P.S.
Danke für die Rufe und Gesänge in den Kommentaren *g*. Hat mir gut gefallen.

13
Jan
2009

Und die Hausnummer?

Nach dem interessanten Dialog mit euch, präsentiere ich euch mal wieder einen kleinen Dialog. Viele von euch haben schon über die "Gewitter-Oma" gelacht. Im Gespräch selber ist das allerdings nicht unanstrengend, wenn um einen herum der Teufel los ist ...

"Polizeinotruf."
Eine ältere Dame. "Ich bin aus S-Stadt gekommen, über die Brücke und da habe ich hier unten einen Unfall gehabt."
"Ist jemand verletzt worden?"
"Nein, nein. Nur die Autos."
"Okay - Sie sind aus S-Stadt gekommen. Und wo sind sie jetzt?"
Irritiert. "Pff... Na, hier in R-Stadt!"
Na, sicher. Hätte ich wissen müssen. Liegen ja bloß 3 Städte dazwischen. Und was bitte für eine Brücke? "In R-Stadt. Okay. Und auf welcher Straße dort?"
"Na, direkt nach der Brücke. Ist sicher die B-Straße."
Na, so sicher bin ich mir da noch nicht. "Wäre gut, wenn Sie mir die Hausnummer sagen könnten."
"Wie bitte?"
"Die Hausnummer. Da, wo Sie jetzt stehen."
"Wo ich wohne?"
"Nein. Sie sind ja jetzt auf der B-Straße. Die Höhe hätte ich gerne gewusst. Sehen Sie da eine Hausnummer?"
"Manchmal versteh ich Sie schlecht."
"Können Sie mir die Hausnummer sagen, von da, wo Sie jetzt sind!?"
"Ich komme aus S-Stadt!"
Durchatmen. "Ja, okay. Soweit habe ich das verstanden. Und jetzt sind Sie in R-Stadt, auf der B-Straße."
"Ja. Können Sie kommen? Wir haben einen Unfall!?"
Komm, einmal noch probieren. "Ja, gerne. Können Sie mir die Hausnummer auf der B-Straße sagen?"
"Meine Hausnummer?"
Warum habe ich damit angefangen? "Nee, die auf der B-Straße."
"Nee, das ist hier direkt nach der Brücke - wissen Sie, was ich meine?"
Nee, aber ich lüge jetzt mal. "Alles klar. Meine Kollegen kommen. Aber lassen Sie Ihr Handy an. Vielleicht muss ich Sie noch mal anrufen ...!"
"Wie bitte? Die Verbindung ist sehr schlecht!"
Seufz.

Zu ihrer Verteidigung muss ich sagen, dass alle ihre Angaben korrekt waren. Sie hatte einen Unfall, in R-Stadt, auf der B-Straße.
logo

VS-Geheim

Aus dem Alltag eines Polizisten

Archiv

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Blog-Scout

Blogscout.de

Post für Steel:

steelcop@googlemail.com

Suche

 

Status

Online seit 7284 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Mai, 17:19

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren