17
Feb
2007

Altweiber-Potpourri

Donnerstagabend bzw -nacht haben die Anrufer mal wieder lustig Ebbe und Flut mit uns gespielt. Das heißt es gab Phasen, da stand das Telefon still und es war völlige Ruhe. Und dann gab es ein, zwei Stunden, in denen führst Du ein Gespräch, legst auf und nimmst den Hörer sofort wieder auf. Schlag auf Schlag. Keine Zeit dazwischen nachzudenken.
Hier ein Beispiel von so einer Flut, die auf mich hereinprasselte:

"Polizeinotruf."
Das schwere Atmen eines Mannes ist zunächst zu hören. Dann langsam, Wort für Wort. "Guten Abend. Ich habe jemanden gefunden."
Na, siehste. Karneval hat auch sein Gutes. Dann viel Spaß... "Ja, und weiter?"
Tiefes Durchatmen. "Ich stehe hier auf einem Waldparkplatz und... hier hat sich jemand erhängt."

"Polizeinotruf."
Ein alter Mann kräht mich an. "Jaaaaa... Können Se ma kommen?"
Ich bleibe ernsthaft.... "Kommt darauf an. Worum geht es denn?"
Er kräht weiter. "Jaaaaa... Hier steht ein LKW."
Es klingeln noch mehr Notrufe. Gib Gas, alter Freund. "Ja, und was ist mit dem LKW."
"Jaaaa.... der steht hier auf dem Bürgersteig."
"Aha. Und jetzt können Sie nicht daran vorbei."
"Neeee, neeee.... Das ist es nicht. Ich kann daran vorbei."
Ruhig bleiben. "Ja, aber!?"
"Ich kann das Kennzeichen jetzt nicht sehen...Moment."
Grrr. "Sagen Sie doch erstmal, wo das Problem ist, bitte!"
"Ich habe mit dem Fahrer gesprochen. Der sagt, er fährt gleich wieder weg."
Da klingeln immer noch Notrufe, die auch mich warten... "Ja, das ist doch super. Dann ist doch alles klar, oder!?"
"Jaaa...Moment. Ich muss noch mal näher ran - ich kann das Kennzeichen nicht erkennen.."
"Ist auch egal. So dringend muss ich es gar nicht wissen. Aber ich muss jetzt dringend auflegen, da wollen noch andere Leute mit mir sprechen, okay!?"
"Jaaa. Ach wissen Sie, ich bin auch ein wenig betrunken. Soll ich nach Hause gehen?"
"Ja, bitte!"

"Polizeitnotruf."
Ein kreischendes Mädchen. "Kommen Sie schnell zum M-Platz in H-Stadt. Dort schlagen sich welche. Das sind 5 gegen einen!"

"Polizeinotruf."
Eine Frau mittleren Alters, leicht säuselnd "Das ist aber kein Notruf."
"So."
"Aber ich will schon lange etwas sagen."
"Na, dann mal schnell raus damit!"
"Hier auf der Y-Straße, da treiben sich oft Typen rum - das ist nicht die wahre Freude. Fahren Sie ruhig mal öfter vorbei."
"Okay, machen wir."

"Polizeinotruf."
Eine schluchzende Frau. "Mein Name ist P, ich wohne in M. auf der N-Straße. Mein Lebensgefährte hat mich wieder geschlagen. Ich brauche Ihre Hilfe."
"Sind Sie verletzt? Brauchen Sie auch einen Krankenwagen?"
"Nein, aber kommen Sie bitte schnell. Ich habe mich hier im Schlafzimmer eingeschlossen und habe Angst, weil...aaaaaaaaaah."
Rumpel, rascheln.
"aaaah...er hat die Tür aufgebrochen und jetzt....ahhhhhhh."
Klick.

"Polizeinotruf."
"Guten Abend. Ich gehe mit meiner Freundin die S-Straße entlang und wir werden von so Typen verfolgt. Ich fürchte, die wollen uns überfallen oder so."
"Sie sind zu Fuß?"
"Ja, genau."
"Wo müssen Sie denn hin?"
"Nach Hause, das ist aber noch ein ganzes Stück. Jetzt kommt einer auf uns zu... Er hat uns überholt. Wir gehen auf die andere Straßenseite."
"Ja, bleiben Sie dran. Ich schicke schnell einen Wagen los und melde mich gleich wieder."
"Okay. Oh, schnell... Er kommt wieder auf uns zu...."
Eine fremde Stimme im Hintergrund. "Ey, ey. Mit wem redest Du da? Mach das aus...mach DAS AUS!"
Der Anrufer in Panik "Kommen Sie schnell. Er greift mich an, er greift mich an....."
Raschel, raschel, Klick.

"Polizeinotruf."
Eine Männerstimme. Aggressiv, provozierend. "Na, sind Sie schön am Feiern, hm!?"
"Wir?"
"Ja, klar. Genau Sie. Feiern Sie schön?"
"Joah, so kann man das auch nennen."
"Das denke ich mir. Sie haben es schön, hm!"
"Ja, danke der Nachfrage."
"Wo kann man denn jetzt noch so feiern, hmmmmm?"
"Überall da, wo sich ein paar nette Menschen finden, würde ich sagen."
"Ach. Vielleicht schauen Sie aber auch mal am P-Platz in M vorbei. Da randalieren welche. Das stört mich ganz schön."
Alariel - 17. Feb, 10:00

Erster! ;)

Mmmh... klingt doch nach einem echt typischen Altweiber. Da fragt man sich schon, wie sich manche Leute den Rest des Jahres über im Griff halten...
Aber immerhin, von den Tragödien abgesehen gibt's doch jedes Jahr auch wieder echt Komödien im Angebot :D

HobbyBlogger (Gast) - 17. Feb, 10:23

Da hattest du ja wieder einen anstrengenden Dienst.
Und ich hoffe das sich die schlimmsten Anrufe, als die größten Fakes herausgestellt haben.
Auch wenn Du diese Fake-Anrufe nicht magst (Mißbrauch des Notrufs), so sind diese dir bestimmt auch lieber als eine tatsächlich verprügelte Frau, ein wirklich erhängter oder ein realer Überfall.
Wünsche Dir weiterhin viel Kraft für deinen schweren Job.

Steel - 17. Feb, 10:56

Das ist mir tatsächlich lieber.
Aber: Der Mann auf dem Parkplatz hatte ich wirklich erhängt, die Frau ist tatsächlich von ihrem Mann verprügelt wurden, und der Typ mit seiner Freundin wurde tatsächlich von üblen Burschen angegriffen (kam allerdings auf schnellen Beinen mit dem Schrecken davon)
Jan (Gast) - 17. Feb, 14:54

@Steel

"Der Mann auf dem Parkplatz hatte ich wirklich erhängt"

Also entweder hat er "sich" erhängt, oder (hoffentlich nicht) "Mann" im Akkusativ ("Den Mann").
pebbi (Gast) - 17. Feb, 11:17

Ich frage mich...

...was schlimmer ist: Hilflos am Telefon sitzen, sich das anhören und "nichts" tun können - oder unterwegs sein und direkt solchen Fällen helfen müssen...

Ich möchte deinen Job nicht haben, aber ich finde es schön, dass es "dich" gibt :-)

Leon (Gast) - 17. Feb, 11:21

wirklich so gut?

Hey ich wollte mal Fragen ob du das wirklich okay findest hier von den harten Sachen zu erzählen wie die Frau die sich im Zimmer einschließt und vor ihrem Prügelgatten versteckt oder das mit Typen der sich erhängt hat.
Also verstehs net falsch, ich greif das jetzt nicht an.
Ich überleg mir dabei nur, dass dahinter echte Geschehnisse stehen, die eigentlich schrecklich sind. Und irgendwie Privat und eigentlich Schutz bräuchten anstatt hier veröffentlicht zu werden, oder? Filterst du nach irgendwelchen Kriterien, was du schreibst und was nicht?

Mir wurde etwas mulmig das zu lesen und ich überlegte ob das wirklich so gut ist. Also net als Angriff verstehen, interssiert mich einfach wie du das siehst!

der_lasso - 17. Feb, 12:01

Sind ein paar gute Fragen, die Du da stellst Leon. Ich persönlich denke, es ist so anonym, dass keine Privatsphäre verletzt wird. Wenn ich so etwas lese dann bin ich immer froh, durch solche Geschichten bisschen aus meiner heilen Welt gerissen zu werden. Finde es wichtig, ab und an zu merken, dass man selbst doch ein gewaltiges Glück hat mit seinem ruhigen, beschaulichen Leben.
phit (Gast) - 17. Feb, 19:54

hm, auch wenn ich als Kommentator nicht direkt angesprochen bin, habe ich damit eingentlich kein Probleme; auch wenn ich tatsächlich mal hier vorkommen sollte, hätte ich kaum ein Problem damit, immerhin sind hier alle Personen und Orte schön gekürzt (ein Buchstabe, wenn der auch noch zufällig ist, wäre es sogar gut anonymisiert;) ).

Just my 2 cents.
la fille rousse - 17. Feb, 23:25

wenn nie jemand über die dinge spricht die es nun mal gibt auf diese welt, wird auch keiner glauben dass derartiges geschehen kann. gewalt gibt es überall, auch in deiner direkten umgebung.
Leon (Gast) - 18. Feb, 00:01

das ist noch lange kein grund alle dran teilhaben zu lassen. nur weil es pornographie gibt muss ich sie mir nicht ansehen. um mal einen etwas anderen vergleich heranzu ziehen. die frage ist dsa recht des einzelnen darauf das seine angelegenheiten (egal wie anoymisiert sie auch sind) seine bleiben und nicht irgendwie an die öffentlichkeit geraten. ich will nicht das ich von meinem erhängten vater in einem blog lese. ganz ehrlich.
HobbyBlogger (Gast) - 18. Feb, 00:49

@leon
//www.presseportal.de/polizeipresse
Nur um mal eine Seite zu nennen.
Jeder Fall von Relevanz für die Medien landet im Netz.
Allein der Suchbegriff Pressestelle Polizei Dortmund lässt Google mit 66000 treffern aufwarten.
Der erste Treffer hierbei ist die Pressestelle Dortmund der Polizei und umfasst ein Archiv vom 2003 bis heute.
Deutschlandweit verfügt jede große Stadt über ein solches Archiv.
Also sollte ich mich mal aufhängen, wird es dort auf jeden Fall zu finden sein.
Das macht ein Eintrag und eine Diskussion in einem Blog nicht schlimmer.
Es wäre sowieso im Netz zu finden.

Gut es mag Ansichtssache sein, ob es gefällt oder nicht.
Um ganz ehrlich zu sein gefallen mir solche Storys auch nicht.
Aber es ist die Realität, es ist wie in den Nachrichten.
Es regt mich zum Nachdenken an.
Und nur weil ich von Morden, Kriegen und schlechtem Wetter nichts hören will und wegschalten würde,
wird es trotzallem jeden Tag geschehen.
Trotz allem Sterben Tag für Tag Millionen Menschen.
Geschehen Tag für Tag Verbrechen.
Nachrichten sind nicht da um zu gefallen, sondern um zu Informieren.
Ein Blog ist da um sich mitzuteilen, auch er muss niemanden gefallen.

Verstehe meinen Text bitte nicht als Kritik an deiner Aussage.
Es sollte nur das Gesamtbild veranschaulichen.
Xchen - 18. Feb, 02:07

Was seid ihr nur alle für Weicheier?

Ich hätte damit kein Problem - das ist das Leben - und grad weil alle so dutzi-dutzi drauf sind - und man nur zu funktionieren hat, bringen sich immer mehr Menschen um.

Macht die Augen auf oder igelt euch ein und lebt in eurem kleinen Mikrokosmos und verschliesst die Augen.
KarlaKolumna (Gast) - 18. Feb, 05:39

@Hobbyblogger:

Das ist nicht ganz richtig. Ich sitze beruflich auf der anderen Schreibtischseite (Journalist), allerdings in einem anderen als von dir erwähnten Bundesland. Jedenfalls konsumiere ich täglich eine ganze Menge dieser Meldungen. Im Falle von Suizid gibt es in der Regel -aus verschiedenen guten Gründen- Absprachen zwischen der Polizei (bzw. ihrer Pressestellen) und den Medien, dass nicht berichtet wird. Mal abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, geben die Polizeidienststellen dsbzgl. auch keine Meldungen heraus.

Was steel hier beschreibt, ist ganz normaler Polizeialltag und kein Grund zur Aufregung, da er lediglich den eingehenden Anruf schildert, nicht aber detailliert über den Fall/Einsatz berichtet.

@steel: Großartiger Blog, weiter so !
Leon (Gast) - 18. Feb, 08:52

@Xchen : 1. Das Wort Weichei kansnt du bei Diskussionen aus deinem Wortschatz streichen. Meinst du das spricht Menschen an auf deine Meinung zu hören? 2. Ist das doch nur eine Standartaussage. Wenn du sowas schreibst hast du die Intention meinen Posts nicht verstanden.

Aber Ich finds trotzde toll das es auf so rege Reaktion stößt.

@KarlaKolumna :

"Was steel hier beschreibt, ist ganz normaler Polizeialltag und kein Grund zur Aufregung, da er lediglich den eingehenden Anruf schildert, nicht aber detailliert über den Fall/Einsatz berichtet."
Da hast du sicherlich recht.
Peter (Gast) - 18. Feb, 11:31

@HobbyBlogger

Das mit der Pressestelle ist ein denkbar schlechter Vergleich.
Die Pressestelle schreibt sicherlich nicht teilweise in einem ironisch, lustigen Stil, wie Steel es tut und zweitens können bei der Pressestelle die Ereignisse glücklicherweise nicht von irgendwelchen Leuten kommentiert werden.
HobbyBlogger (Gast) - 18. Feb, 15:00

@KarlaKolumna
Das dort nicht jede Meldung veröffentlicht wird kann ich als nichtjornalist natürlich nicht wissen.
Ich sehe halt hin und wieder auch solche Meldungen.

@Peter
Ich denke nicht das der vergleich so schlecht ist.
Natürlich wird in diesen Archiven nicht Kommentiert.
Aber es wird eben hin und wieder, und wie ich ja nun weiss nicht immer, darüber Informiert.
Ob nun von den Jornalisten nicht Ironisch bis belustigend Berichtet wird?
Ich erinnere mich da an einige Fälle wo dieses der Fall war.
Was da manchmal in der Bildzeitung steht geht wirklich oft unter die Gürtellinie.
Und auch das Fernsehen hält sich bei der Selbstmord-Prominenz nicht zurück.
Aber sollte hier auch kein Thema sein.
Hier geht es ja um einen Blog.
Also die Persönliche Wiedergabe von Steel.
Mit eben einer Kommentarfunktion für eigene Denkweisen, Anregungen oder sonstwas.
Das ist nun mal der Sinn eines Blog.
Und als ironisch oder belustigend, empfand ich Steels Anmerkungen nicht.
Zumindest nicht bei Fällen über die wir gerade Diskutieren.

@Steel
Weiter so, hast dir nichts vorzuwerfen.
KarlaKolumna (Gast) - 18. Feb, 15:51

Die Sache mit den Selbstmorden von Prominenten verhält sich nochmal etwas anders, da es sich um Personen von öffentlichem Interesse bzw. der Zeitgeschichte handelt. Wenngleich da manche Kollegen den Maßstab gerne etwas dehnen. Grundsätzlich gibt es aber in Deutschland jeden Tag eine ganze Menge Selbstmorde, von denen die Öffentlichkeit -und das ist gut so- nichts erfährt.
Auch bilden die Pressemitteilungen der Polizei -je nach Dienststelle mal mehr, mal weniger- nur einen kleinen Teil dessen ab, was die Polizei täglich abarbeitet. Die Pressestellen picken nach Nachrichtenwert einzelne Einsätze heraus, das kann bei einem Polizeiposten auch mal eine Ruhestörung sein, in der Regel landen aber nur medienrelevante Meldungen in der Redaktion, die dann noch einmal aussortiert oder je nach Ereignis selbst weiter recherchiert und Hintergrundinformationen sammelt, die über den Polizeibericht hinausgehen...die Lokalredaktion wird da auch "kleinere" Nummern bearbeiten, die bundesweite Nachrichtenagentur nur eine sehr kleine Auswahl. Übrigens gibt es aber durchaus sehr humorvolle Öffentlichkeitsarbeiter bei der Polizei, da kommt dann schonmal ein (harmloser) Verkehrsunfall als Gedicht oder eine kuriose Begebenheit mit einer handgezeichneten Karikatur hereingeflattert;-) Selbstverständlich nur bei "soften" Themen, also nicht bei schlimmen (aber alltäglichen) Geschichten, bei denen hoher Schaden, Verletzte ode Tote zu beklagen sind...
KarlaKolumna (Gast) - 18. Feb, 15:58

Und: Nicht alles, was in der Zeitung steht, hat diese von der Polizei erfahren. So wie die Medien vieles gleich als nicht berichtenswert abhaken, was die Polizei liefert, so recherchieren sie natürlich auch selbst oder haben Informanten, wodurch sie an Geschichten kommen, die der Pressemann der Polizei von sich aus nicht veröffentlicht hätte. Dies kann der Fall sein, wenn laufende Ermittlungen gefährdet sind (dann sollten Medien genau abwägen, was sie tun), wenn die Polizei selbst Bestandteil einer möglicherweise negativen Berichterstattung ist (über positive berichtet sie erfahrungsgemäß rasch von sich aus ;-) ) oder aber eben die Polizei ein Thema nicht liefert, weil es sich um einen Selbstmord handelt, die Medien aber erfahren, dass es sich um eine Person von öffentlichem Interesse handelt, etwa ein Politiker. Da allerdings wird der Maßstab wie gesagt von manchen Kollegen enger, von manchen weiter gezogen..
HobbyBlogger (Gast) - 18. Feb, 18:10

@KarlaKolumna
Herzlichen Dank an Dich.
Auch mal sehr interessant aus der Journalisten-Sichtweise, über so etwas zu lesen.
NoelsieW (Gast) - 17. Feb, 11:42

Meine Güte,

bei den beiden Szenen, wo aufgelegt wurde, da würde mir echt das Herz in dich Hose rutschen. Und ich würde beten, dass meine Kollegen schnell genug sind. Nicht spaßig. Wirklich nicht spaßig.

Xchen - 17. Feb, 13:12

Damit hätt ich auch das grösste Problem, scheinbar war aber Lokalisierung möglich - siehe Steels Kommentar.
PeZwo - 17. Feb, 13:06

ich beneide dich definitiv NICHT um deinen Job ... die Aussicht, da am Telefon vielleicht einmal sogar eine Vergewaltigung oder sogar einen Mord "live" miterleben zu müssen ... Ich glaube nicht, dass ich das packen würde

Großimperator (Gast) - 17. Feb, 16:22

Tipps?

Hi, Steel!
Also ich für meinen Teil finds gut, wenn Du auch mal von etwas weniger lustigeren und ernsteren Sachen erzählst. Habe den Eindruck, dass, wenn Du nur von lustigen Geschehnissen berichtest, der Eindruck aufkommen könnte, Polizeialltag wäre der lustigeste Job der Welt, und das ist er ja ganz offenbar nicht wirklich...
Hast Du ggf. ein paar Tipps parat, wie man seinen Notruf optimieren kann? Mir ist aufgefallen, dass die beiden Opfer beim Überfall und beim Prügelgatten zu allererst ihre Anschrift oder Position genannt haben - denke mal, das ist für Euch sehr nützlich, zu wissen, wo gerade was passiert, - wenn ihr auch nicht direkt wisst WAS passiert, oder?

sarc (Gast) - 17. Feb, 17:19

Wenn ich nicht ganz schief gewickelt bin, müsste die Polizei bei sämtlichen Anrufen vom Festnetz aus wissen, wo die herkommen. Handy is natürlich etwas schwieriger...
uli (Gast) - 17. Feb, 17:54

wenn ich nicht schief gewickelt bin, wird jedem beigebracht, bei einem notruf zu sagen, wer man ist, wo man ist, ob und wieviel verletzt sind und das möglichst pronto. das war in zeiten vor isdn, internet, gps so und wird es auch jetzt noch sein - die polizei macht doch nicht bei jedem anrufer ne fangschaltung.
Großimperator (Gast) - 17. Feb, 18:19

OK...

Dass man beim Anfang des Gesprächs seinen Namen nennt, gebührt ja schon allein der Anstand. Davon gehe ich einfach mal aus. Dass man bei einem Anruf bei der Polizei, wenn man sich Hilfe erhofft, auch seine Anschrift nennt, sollte so weit auch klar sein. Aber vielleicht sollte man das Gespräch nicht erst damit beginnen, in dem man verwandtschaftliche Verhältnisse auseinander nimmt und erst mal erzählt wie schön die Party war, von der man gerade kommt, und dann erzählt, wer man ist, und wo man zu finden ist. Sollte die Leitung zusammenbrechen kann man immerhin noch auf einen Streifenwagen hoffen...
Ich meinte auch eher, ob es Dinge gibt, die für die Polizei wichtig sind, zu erfahren, um besser, schneller, effektiver, optimierter zu handeln, wenn man anruft. Also deshalb wohl erstmal die Anschrift vorneweg bevor man erzählt, WAS passiert... oder?
Gerrit (Gast) - 17. Feb, 18:24

@sarc

Auch wenn beim Handy die Rufnummernübermittlung unterdrückt ist.

Bei Anrufen zu Rettungsdiensten (Polizei, Feuerwehr) wird die Rufnummer dennoch angezeigt.

Und das ist gut so. ;-)
sarc (Gast) - 18. Feb, 13:46

Ich habe nicht gesagt, dass es keinen Sinn macht, seine Anschrift durchzugeben... Ich wollte nur drauf hinweisen, dass die Polizei das durchaus rausfinden kann, wobei ich nicht weiß, in welcher Geschwindigkeit. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es zumindest ausm Festnetz heraus relativ fix geht.

@Gerrit: Ja, genau das wollte ich in meinen Post ausdrücken... ;-) Allerdings ist beim Handy das Problem, dass dir die Rufnummer nicht so viel bringt, wenn du nicht weißt, wo sich die betreffende Person aufhält. Zwar lassen sich Handys über den Provider orten, aber das dauert erst mal ne Weile und nebenbei lassen sich die Provider das meines Wissens mittlerweile gar nicht mal so schlecht bezahlen...
olli (Gast) - 24. Feb, 22:53

als ich letztens notarzt und rettungswagen über die 112 orderte, kam die nachfrage (aus der noch recht neuen kreisleitstelle) "welche etage in der [meine adresse und hausnummer]". offenbar konnten die die zur festnetznummer gehörende adresse sehr schnell sehen.
Queen Georgia (Gast) - 17. Feb, 20:05

Ich glaube, ich würde bei solchen Notrufen, wie im Beispiel mit der Frau, die geschlagen wird, nicht richtig klar bleiben. Ich weiß nicht, wie ihr das aushaltet, ich würde mir erstmal ein Fläschen Rotwein gönnen, bevor ich helfen kann :)...

Irene (Gast) - 17. Feb, 21:01

Ich hab sehr großen Respekt davor, wie Du von Deinem Beruf erzählst. Und ich finde auch, da Du ja keine Namen nennst, es völlig in Ordnung, daß Du eben nicht bloß niedliche Dönnekens preisgibst - sondern auch den absolut grauenvollen Alltag. Ich wünsch Dir und allen - nun, "Kunden"? -, daß Du trotz Horror kein Zyniker wirst. Sondern so freundlich bleibst, wie Du bist.

Chris (Gast) - 17. Feb, 22:57

Oh Mann, müsste ich kotzen, wenn ich hier meinen Notfall nachlesen und diskutiert finden würde.

Irene (Gast) - 18. Feb, 08:08

@chris: Leider gibt es pro Nacht und Stadt mehr als eine Prügelei, Vergewaltigung, Selbstmord, Randale etc. Zudem sind die Anrufer ja anonymisiert. Du würdest es also nicht merken, wenn hier gerade "Dein" Notfall vorkommt.
Tine (Gast) - 18. Feb, 01:54

RD

Juchhu...es ist wieder Karneval.
Mein nächster Dienst ist Montag; in einer der "Karnevalshochburgen" am Rhein, genau zwischen dem größten Platz (mit Radioparty) und der Tribüne. Gut, dieses Mal zur Abwechslung im Auto (da teffen geworfene Flaschen nicht mich direkt :) und zum Durchkommen hab ich Blaulicht statt Ellenbogen); sonst war ich immer zu Fuß beim Streifendienst...
Es wird von Jahr zu Jahr merklich gewalttätiger. Ich kann langsam nicht mehr zählen, wie oft ich schon die Polizei wg. Hilfestellung oder auch Gefahr für Einsatzkräfte anfunken mußte. An dieser Stelle mal ein ganz großes Lob: es kommt dann immer sehr schnell und zuverlässig Hilfe. Und wenn einem ein Typ mit einem Messer ins Gesicht fuchtelt und man nicht weg kann, ohne seinen Patienten alleine zulassen, lernt man das echt zu schätzen!

F.R. (Psycho-Blog) (Gast) - 20. Feb, 10:52

Ich muss feststellen, dass ich hier in erster Linie lese, um mich über Lustiges zu amüsieren. Allerdings macht das "Lustige" nur einen vermutlich sehr kleinen Teil Deiner Arbeit aus. Und ich kann verstehen, dass Du auch solche Dinge mal irgendwo schildern willst/musst. Als Leser bleibt mir dann bei solch einem Beitrag natürlich erst mal das Lachen im Halse stecken.

Für den "Seelenfrieden des Lesers" wäre es vielleicht günstig, bei solchen Tathergängen wie bei der Frau, die sich im Schlafzimmer eingeschlossen hat, und bei dem Überfall auf die Frau am Ende des Beitrags den Ausgang der Angelegenheit mit anzugeben ;-)

tonja (Gast) - 24. Feb, 13:44

wow..

durch und durch schockierend.
da gefriert es einen.. durch und durch..

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